Regiment

                                                         Das Regiment des BSV-Neukirchen
Das Regiment des BSV 1860 Neukirchen e.V. besteht aus dem Tambourcorps, dem Edelknabencorps, dem Sappeurzug, dem Grenadiercorps, dem Jägercorps, dem Hubertuscorps, dem Reitercorps und dem Artilleriecorps,

sowie den Jugendabteilungen Edelknaben, Jung-Grenadiere, Falkner und Tellschützen.

Jedes Corps tritt in einer eigenen Uniform auf, die alle eine historische Geschichte haben.
Die einzelnen Corps bestehen aus einer Anzahl von Zügen unter der Leitung des Zugführers.


Das Edelknaben-Corps

Die Mitglieder des Edelknaben-Corps rekrutieren sich im Wesentlichen aus Kindern der Grundschulklassen 1-4 und aus Vorschulkindern des Kindergartens und bildet damit die jüngste Nachwuchsgruppe für den BSV.

Als Pagen des Königs marschieren die Edelknaben im Festzug vor dem Königspaar und dem Vorstand in ihren schmuckvollen Uniformen und tragen somit zu einem farbenfrohen Gesamtbild des BSV in der Öffentlichkeit bei.

Das Edelknaben-Corps unseres BSV besteht seit 1974 und hat bis heute nur 2 Betreuer gehabt, nämnlich Martin Kluth, heute Präsident der Kirmesgesellschaft Neuss-Helpenstein, und Rolf Arndt, der im letzten Jahr für seine 25-jährige Tätigkeit als Edelknaben-Betreuer geehrt werden konnte. Anfang 2018 hat Rolf Arndt dann seine Amt am Markus Wermke übergeben.

Jährlich werden in einem Schießwettbewerb unter Aufsicht eines Schießmeisters mit einem Lasergewehr der König sowie zwei Degenträger ermittelt. Sie werden am Schützenfest-Sonntagmorgen im Festzelt geehrt. Dem König werden Königskette, Orden sowie ein Wanderpokal verliehen.

Den Auftritten des Corps gehen Maschierübungen, aufgelockert  mit Spielen und Grillen sowie Schießübungen, verbunden mit einem gemeinsamen Essen, voraus.

Während der Festtage tragen zur guten Laune Fahrchips und die üblichen Leckereien vom Festplatz bei.

Als Anerkennung für geleistete Arbeit finden für die Edelknaben gesellige Beisammensein in Form von Nikoilaus-/ Weihnachtsfeiern, Kegeln mit Quiz, Weihnachtsgeschichten und Weckmann statt.

Durch die gute Zusammenarbeit des BSV mit der Neukirchener Grundschule und dem Kindergarten der Pfarre St. Jakobus in Neukirchen gelingt es den Verantwortlichen jedes Jahr wieder, ein Edelknaben–Corps mit immer rund 20 Mitgliedern aufzustellen.

Die Uniform der Edelknaben besteht aus einer schwarzen Jacke mit diagonal darüber gelegter rot-weißer Schärpe, einer kurzen schwarzen Hose aus Samt, weißen Kniestrümpfen und schwarzen Schuhen. Die Edelknaben tragen eine Kappe und einen Säbel und gehen in ihrer Entstehung wohl auf die Zeit und u.a. auf den Brauch zurück, als weißgekleidete Mädchen die Kutsche des Königs begleiteten und Blumen auf den Weg streuten. Die Edelknaben gehen bei der Königsparade dem Schützenkönig mit Komitee und Ehrengästen als Ehrengeleit voran und marschieren bei den Umzügen vor der Kutsche des Königs.

Bei uns im BSV ist eine Ära zu Ende gegangen.

Ende Januar hat der langjährige Betreuer der Edelknaben, Rolf Arndt, das Amt an seinen Nachfolger Markus Wermke übergeben.
Rolf hat 25 Jahre lang unser Edelknaben-Corps geführt. Dafür haben wir ihn schon beim letzten Schützenfest gebührend geehrt.

Im Beisein von unserem Präsidenten Bernhard und Vize-Präsidenten Dieter wurden die Amtsgeschäfte formell übergeben, viele Details besprochen und Erfahrungen ausgetauscht. Rolf Arndt übernahm das Amt 1992 von seinem Vorgänger Martin Kluth, heute Präsident der Kirmesgesellschaft Neuss-Helpenstein.

Markus Wermke ist seit 8 Jahren Mitglied im BSV und mit seinen Kameraden vom Grenadierzug „Immer Lustig“ aktiv dabei.
Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen hat Markus ausreichend u.a. als Schwimmmeister in unserem Neukirchener Hallenbad gesammelt.

Alle guten Wünsche begleiten Markus bei seiner neuen Aufgabe.

Mehr zu unserem Edelknaben-Corps findet Ihr auf der Seite „Wir über uns“


Das Tambourcorps „Rheinklänge“ Neukirchen

Der Tambourmajor war vom Hochmittelalter bis in die Neuzeit der Anführer der Trommler, die die Armeen auf das Schlachtfeld oder zu Paradezwecken anführten. Hierbei dirigierte ursprünglich der Fähnrich mit seiner Fahne oder der Major die Trommler mit einem etwa hüfthohen Stab. Die Bezeichnung Tambourmajor ist insofern irreführend, als es sich grundsätzlich nicht um einen militärischen Rang handelt, sondern um ein Amt, das auch von niedrigeren Dienstgraden (also Nichtoffizieren) ausgeübt werden konnte. Der Begriff stammt sehr wahrscheinlich aus der englischen, mittelalterlichen Militärgeschichte.

Der Begriff Tambourmajor wird heute noch verwendet, in Deutschland beispielsweise bei Kapellen in Karnevals- oder Schützenumzügen. Hierbei führt – wie im Mittelalter – der Tambourmajor die Trommler (Tambouren) an, und hat ebenfalls einen langen geschmückten Stab, den Küs, mit dem er weit ausholende Bewegungen vollführt, während er den Trommlern mit gemäßigtem Schritt voranschreitet und sie so dirigiert.

Des Weiteren wird der Leiter eines Spielmannszuges teilweise als Tambourmajor, Corpsführer, aber auch als Stabführer bezeichnet.


Das Grenadiercorps

Im Neukirchener Bürgerschützenverein trägt der Grenadier zu weißer Hose und weißem Hemd einen Frack und den schwarzen Zylinder. Die Offiziere tragen einen preußisch-blauen Uniformrock und einen schwarzen Zweispitz mit weißem Federbusch. Zuschnitt und Aufmachung der Uniformen entstammen aus der Zeit, als im Bürgertum Preußens noch Bürgerwehren aufgestellt und durch Berufsoffiziere des preußischen Heeres ausgebildet wurden. Charakteristisch für die damals rekrutierten Mitglieder einer Bürgerwehr ist das Tragen eines Zylinders zum Frack oder Gehrock.

Gänzlich unmilitärisch sind Cut und Frack, weshalb man eigentlich auch nicht von einer Uniform reden kann. Dieses zivile Festkleid hat den ursprünglichen Gehrock abgelöst.

Oberleutnante und Leutnante der Grenadiere tragen den Zweispitz, der mit einem wallenden weißen Federbusch geschmückt ist. Ein weiterer Säbelträger ist der Feldwebel (oder „Spieß“), der sich ansonsten nur durch eine rot/weiße (Bauch-) Schärpe und Litzen am Revers vom „normalen“ Grenadier unterscheidet.
Offiziere und Mannschaften haben weiße Hosen und Handschuhe gemeinsam und marschieren in schwarzen, glatten Schuhen, in denen sie schwarze Socken tragen. Vor allem, um den Übergang zwischen weißem Hemd mit weißer Fliege und der Gürtelhose zu kaschieren, (bei manchen auch zum Verbergen der Bäuche) tragen Grenadiere Weste bzw. Kummerbund.

Um dem festlich und steif wirkenden Zylinder eine heitere Note zu verleihen, wird er grün bekränzt. Sein Holzgewehr schmückt der Grenadier täglich mit frischen Blumen. Die beiden Offiziere kann man am Rangabzeichen auf den Epauletten unterscheiden.


Das Jägercorps

Unter einem Jäger versteht man im militärischen Sinne einen Infanteristen, der vor allem für den Gebirgs-, Wald- und Häuserkampf ausgebildet wurde. Mit einem Erlass des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. zum Kriegsbeginn 1813 wurden zahlreiche „freiwillige Jägerdetachements“ gebildet. Die ersten Jägerbatallione wurden im Dreißijährigen Krieg gebildet. Sie setzten sich aus Förstern, Förstersöhnen und Forstamtskandidaten zusammen, woher sich der Name ableitet. Diese Jäger mussten selbst für Ausrüstung und Bewaffnung sorgen, waren im Gegenzug jedoch auch dazu ermächtigt, sich ihre Offiziere selbst zu wählen.

Die Aufstellung der Jägertruppe war ein Versuch, die Stärken der gegnerischen Einheiten zu kopieren. Dazu wurde der Drill, der für die bisherigen Linientruppen galt, weniger streng angewendet. Bei den Jägern stand nicht das möglichst „automatenhafte“ Ausführen von Schieß- und Ladeabläufen in dichter Formation im Mittelpunkt. Die Jäger sollten vielmehr in lockerer Aufstellung und kleineren Einheiten operieren, die weniger stark an geschlossenen Formationen gebunden waren, dafür aber insbesondere bewachsenes und durchschnittenes Gelände sowie Deckungen alle Arten besser ausnutzten. Jägereinheiten operierten vergleichsweise unabhängig, Befehlshierarchien wurden verflacht, Entscheidungen auf untere Ebenen verlagert. Der einzelne Jäger sollte in der Lage sein, selbstständig Ziele anzuvisieren, im Gegensatz zur Linientruppe, bei deren Kampf es vor allem darum ging, den Gegner aus der dichten Formation mit einem weitgehend ungezielten Kugelhagel einzudecken.
Da Schüsse mit weniger Pulver aus Schwarzpulvergewehren oft genauer sind, durften sie die Pulvermenge exakt auf das jeweilige Gewehr abstimmen. Deshalb gehörte zu ihrer Ausrüstung immer auch ein Pulvermaß. Darüber hinaus durften sie das Gewehr nach Jägerart einfach über die Schulter hängen ohne es präsentieren zu müssen wie die anderen Infanteristen. Auch hieß die Seitenwaffe der Jäger nicht Bajonett sondern Hirschfänger und unterschied sich in der Form auffallend von den Infanterie-Seitenwaffen der übrigen Truppen.

Eine Vielzahl der frühen Jäger rekrutierte sich tatsächlich aus den Reihen der Forstleute und Jäger. Deshalb trugen sie grüne Uniformen und Jagdhörner als Signalinstrumente, das Seitengewehr wurde als Hirschfänger bezeichnet. Die Jäger trugen auch oft das Gewehr nicht – wie die Infanterie – auf dem Rücken
mit dem Gewehrriemen über der rechten Schulter, sondern unter der linken Schulter mit der Laufmündung nach vorne zeigend.

Die Falkner

Gegründet wurde die Falkner – Gruppe im Jahre 2006 in Neukirchen, im darauf folgenden Jahr nahm man zum ersten Mal an den Umzügen teil. Mitglieder sind in der Regel die Schüler der ersten Jahrgänge der weiterführenden Schulen. Von daher wechseln die Mitglieder jährlich.
Die Falknergruppe des Jägercorps wurden durch den Jägermajor Thomas Stenbrock ins Leben gerufen. Die Uniform wurde selbst entworfen und besteht aus einem grünen Überwurf, einem braunen Federhut und Lederhandschuhen.
Der Falkner jagt durch das Abrichten von Greifvögeln, Feder- und Haarwild.


Das Hubertuscorps

Das Hubertuscorps leitet seinen Namen von Hubertus von Lüttich ab. Hubertus von Lüttich (*um 655 in Toulouse; † 30. Mai 727 in Tervuren, Vlaams-Brabant bei Brüssel, Belgien) war Bischof von Maastricht und Lüttich.

Hubertus lebte als Pfalzgraf am Hof Theoderichs III. in Paris, später in Metz am Hofe Pippins des Mittleren, mit dem er wohl verwandt war. Als er verwitwete, ging Hubertus als Einsiedler in die Wälder der Ardennen. 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, 716 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich. Er ließ dort eine Kathedrale bauen, galt aber auch als fürsorglicher Wohltäter.

Seit dem Mittelalter wird die Hubertus-Legende erzählt, nach der er auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt wurde, deshalb wird Hubertus als Schutzpatron der Jagd angesehen. Außerdem ist er Patron der Natur und Umwelt, der Schützen, der Kürschner, Metzger, der Metallbearbeiter, Büchsenmacher, Optiker und Hersteller von mathematischen Geräten.

Am Hubertustag, dem 3. November finden alljährlich große Hubertusjagden, oft mit dem Feiern von Hubertusmessen, statt.
Der heilige Hubertus galt als Beschützer der Hunde und als Helfer gegen Tollwut. Am Hubertustag geweihtes Salz, Brot und Wasser sollte gegen Hundebisse schützen, außerdem sollten auch die Hunde selbst dadurch vor Tollwut geschützt werden.

Neben der traditionellen Hubertusjagd wird der Todestag des heiligen Hubertus (französisch: Saint Hubert), der 30. Mai, gefeiert. St. Hubertus gehört mit dem heiligen Antonius, Quirinus und Cornelius zu den vier heiligen Marschällen Gottes und mancherorts auch zu den vierzehn Nothelfern, sein Attribut ist ein weißer Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih. Vermutlich stellt Sankt Hubertus die Erinnerung an einen vorchristlichen Hirschgott dar.

Die (Ausgeh-)Uniform des Hubertuscorps besteht aus einem schwarzen Hubertushut mit Hahnenfedern. Unter dem grünen, zweireihigen Schützenrock werden eine grüne Krawatte und ein weißes Hemd getragen. Die vormals weißen oder auch grünen Uniformhosen sind einer einheitlichen schwarzen Uniformhose gewichen.

Ein Gewehr tragen die Neukirchener Hubertusschützen nicht, stattdessen haben sie einen Hirschfänger und heben bei der Parade den Hut zu Ehren des Königs. Erst seit einigen Jahren paradieren einige Züge auch im Stechschritt am Königspaar vorbei.

Die Tellschützen

Gegründet wurde die Tell – Schützen – Gruppe im Jahre 1977 in Neukirchen. Seit diesem Jahr nahm man regelmäßig an den Umzügen teil. Mitglieder sind in der Regel die Schüler der ersten Jahrgänge der weiterführenden Schulen. Von daher wechseln die Mitglieder jährlich.


Das Artilleriecorps

Reiter in blauen Uniformen die ein Geschütz (Kanone) mit sich führen.
Sie symbolisieren den militärischen Charakter und folgen dem Regiment am Ende des Umzuges.
Die Kanone stellt das Prunkstück der Artillerie dar und wird von sechs Kaltblütern gezogen.


 

Das Reitercorps

Bereits im Jahre 1948 wurde ein Reitercorps in Neukirchen geründet, es bestand fast ausschließlich aus den Landwirten des Dorfes. Diese hatten noch keine Traktoren, aber Pferde. Die Standarte des 1948 gegründeten Reitervereins „St. Georg“ wird auch heute noch von den berittenen Mitgliedern des 2006 neu gegründeten Reitervereins „Gut Neuhaus“ bei Umzügen mitgeführt.